Indem er sich auf seine Lieblingskunden fokussierte und ihnen hochpreisig das gab, was sie wirklich wollten. Wer nun sagt, das tue ich als Agenturinhaber auch, der sollte sich Fragen, warum er immer noch anstrengende Kunden hat und Apple theoretisch den 4-5-fachen Stundensatz hätte, wenn Apple eine Agentur wäre. Ein echter Apple-Jünger würde niemals so respektlos sein, wie es manche Kunden gegenüber Agenturen sind. Früher dachte ich, dass es keine Zusammenhänge gibt – es sind ja schließlich komplett andere Unternehmenstypen – heute sehe ich alles anders und möchte Dir nahelegen, im Laufe des Artikels zu lernen, wie wir als Agentur das gleiche Potential erreichen können.

Sicherlich auf kleinerem Level, dennoch im Sinne der Stabilität, Nachhaltigkeit und Bedeutsamkeit gibt es keinen Grund, warum Agenturinhaber sich nicht mit den Gründern von Apple, Facebook oder Tesla in einem Atemzug nennen können dürften. Außer wir machen weiter wie bisher. Nötig ist 180° Umdenken. Alles auf den Kopf zu stellen und neu zu hinterfragen. Und etwas von Apple zu lernen.

Was können wir als Agenturinhaber von Steve Jobs lernen?

Wie man besser präsentiert? Mag sein, dennoch wäre das wieder ein Blick vorbei am Wesentlichen. Steve Jobs Präsentationen waren großartig und haben sehr zum Erfolg beigetragen. Wenn gute Präsentationen allein ausreichen würden, wären viel mehr andere Unternehmen an demselben Punkt. In den Agenturen fehlen bedauerlicherweise bereits die Grundlagen einer gesunden Geschäftsstrategie. Um das zu beleuchten, sollten wir uns genauer ansehen, was Steve Jobs als oberster Kopf bei Apple alles so richtig gemacht hat.

Fokus

Ich bin genau so stolz auf die Dinge, die wir nicht gemacht haben, wie auf die Dinge, die wir gemacht haben. Innovation heißt, zu 1.000 Dingen nein zu sagen.

Steve Jobs

1997 sollte sich Apple nur auf vier großartige Produkte fokussieren. Und das war 1997 – heute hat Apple immer noch nur eine Handvoll Produkte und erzielte 2018 einen Jahresumsatz von 266 Milliarden US-Dollar.

Agenturen und Apple’s Produkte haben eines gemeinsam: Sie lösen bestimmte Probleme.

Apple löst mit einem Produkt genau ein Problem für ihre Traumkunden.

Wenn du diesen Artikel liest, gehe ich davon aus, dass dein Umsatz nicht bei 7 Mrd. US-Dollar liegt, wie es bei Apple 1997 der Fall war. Deshalb solltest du dich nicht auf 4, sondern besser auf ein einziges Problem fokussieren.

Auf welches eine, einzige Problem fokussierst Du und dein Team Dich wirklich?

Oder ist es bei jedem Projekt doch irgendwie ein anderes…

Einfachheit

Einfach kann schwerer sein als komplex: Du musst hart arbeiten, damit du klare Gedanken bekommst und es einfach machen kannst. Aber es ist es wert, weil du, sobald du angekommen bist, Berge versetzen kannst.

Steve Jobs

Einfachheit äußert sich bei Apple überall. Dazu ist heute wohl nicht mehr viel zu sagen. Und wer sich nun darüber beschwert und deshalb nicht kauft, dass die Reduktion zu viele Einschränkungen mit sich bringt, der ist schlicht und einfach nicht der Traumkunde von Apple. Na und? Ich sage nur 266 Milliarden US-Dollar.

Die Agenturwelt ist komplex. Nicht nur durch den schnellen, technischen Wandel wird es immer schlimmer. Das fängt schon vorne an beim ersten Kundenkontakt an und hört bei der Projektumsetzung nicht auf.

Fangen wir bei den Grundlagen an:

Wie einfach bekomme ich bei dir als Kunde das, was ich wirklich will?

Oder müssen Kunden erst tagelang auf ein passendes Angebot warten, vielleicht davor langwierige Workshops mit dir durchführen und sich durch seitenlange Leistungsbeschreibungen quälen? Und dein Team muss erst zig Rücksprachen halten, bevor etwas live gehen kann?

Imputieren

Wenn du die Verpackung eines iPhones oder iPads öffnest, dann möchten wir, dass die greifbare Erfahrung den Ton dafür setzt, wie du das Produkt wahrnimmst.

Steve Jobs

Komisches Wort, das Steve Jobs in der Apple Marketing Philosophie verankert hat.

Schlussendlich geht es lediglich darum, dass Menschen grundsätzlich etwas zunächst von außen beurteilen. Und darum, dass Apple die inneren Qualitäten unterstützen möchte. Ja, bei Apple geht es um Design, das Material, etc.

Für uns als Agentur geht es eigentlich erst in zweiter Linie darum, wie wir uns visuell präsentieren. Ich weiß, das hören wir nicht gerne. Dennoch wollen die Kunden eine Problemlösung, die sie durch beispielsweise gutes Design, eine gute Software etc. erreichen wollen. Das ist dann eine innere Qualität. Unsere Referenzen sind ein wenig wie die technischen Komponenten eines MacBooks.
Apple hat nicht unbedingt die technischen High-End Komponenten verbaut. Sicher – alles gut und solide, dennoch nicht absolut high-end. Trotzdem ist Apple die wertvollste Marke der Welt. Was brauchen deine Traumkunden also wirklich?

Können deine Traumkunden überhaupt auf deiner Website oder im Gespräch beispielsweise auf einem Event erkennen, dass du der EINE perfekt geeignete Partner bist?

Oder ist dir nicht mal so recht klar, wer deine EINE Traumkundengruppe eigentlich ist…

Produkte vor Gewinn

Der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein, ist mir nicht wichtig. Abends ins Bett zu gehen und sagen zu können, dass wir etwas Wundervolles vollbracht haben … das ist das, was mir wichtig ist.

Steve Jobs

Im ersten Moment mag diese Aussage verwundern, nachdem Apple gute Gewinne einfährt und die Konten bei Apple prall gefüllt sind. Wie kann das sein und was bedeutet das wirklich?

Steve Jobs hat zwei Dinge verstanden:

  1. Du führst ein Unternehmen, nicht um Gewinne zu machen, sondern du machst Gewinne, um dein Unternehmen überhaupt führen zu können.
  2. Es muss für die Menschen einen echten Unterschied machen, ob dein Unternehmen existiert hat oder nicht.

Vielleicht ist dir Geld nicht so wichtig und stellst es nicht voran. Das worum es hier geht ist, dass wir nach bedeutungsvollen Ergebnissen für unsere Traumkunden streben sollten. Und dabei nicht vergessen dürfen, dass wir dringend gute Gewinne brauchen, weil wir sonst zu schnell dazu verleitet werden, Entscheidungen zu treffen, Kundenaufträge anzunehmen, die uns wieder zwei Schritte zurückwerfen, statt voran zu bringen.

Es ist nicht zwingend gesagt, dass du in einer wirtschaftlich schwierigen Lage Kundenaufträge annehmen wirst, die dich vom Weg abbringen: Aber es ist unglaublich schwierig den Mut aufzubringen trotzdem Nein zu sagen und gleichzeitig konsequent den Fokus auf das Ziel einen besseren Kunden zu finden beizubehalten. Vielleicht sagst du beim ersten Mal nein, aber beim zweiten Mal auch? Ist es nicht besser gar nicht erst in so eine Situation zu kommen?

Wie zuverlässig kannst du prognostizieren, wann und woher dein nächster Traumkunde kommt?

Oder tröpfeln deine Kunden nur unplanbar aus zufälligen Quellen bei dir rein?

Perfektion

Qualität ist wichtiger als Quantität. Ein Homerun ist besser als zwei Hälften.

Steve Jobs

Steve Jobs verstand, warum es bei der Qualität eigentlich ging. Was wahre Perfektion bedeutet.

Perfektion hatte für ihn in diesem Zusammenhang viel mit Veränderung zu tun. (Und damit, alles soweit zu reduzieren, bis nichts mehr reduzierbar war) Er hat immer versucht sein Business und sein Leben zu verbessern. Ihm war klar, dass es nicht möglich ist absolute Perfektion zu erlangen. Und dass es deshalb entscheidend ist, worin man Perfektion erlangen möchte. Sicherlich – ist man so riesig wie Apple kann man in sehr vielen Dingen eine hohes Maß an Perfektion erlangen. Nicht nur in der Kernkompetenz.

Um das zu verstehen habe ich Jahre gebraucht. Gerade im Agenturgeschäft spielen Kunden-Erwartungen eine entscheidende Rolle in diesem Zusammenhang. Qualität ist nicht mehr als die Erwartungen an etwas, an jemand oder eine Zusammenarbeit zu erfüllen.

Die wahre, notwendige Perfektion wird man nicht durch ewiges feintunen im Kämmerlein erlangen. Denn für wen machen wir das alles? Für Menschen. Deshalb ist es nur möglich die wirklich nötige Perfektion zu erlangen, in dem wir raus gehen und aufmerksam zu hören, was unsere Traumkunden sagen.

Vielleicht ist dir Geld nicht so wichtig und stellst es nicht vorne an. Das worum es hier geht ist, dass wir Gewinne dringend benötigen, um handlungsfähig zu sein und dass wir nach bedeutungsvollen Ergebnissen für unsere Traumkunden streben sollten. Bedeutungsvoll für Sie. Nicht dich.

Wie perfekt und vollständig kannst du das Problem des Kunden lösen?

Oder bist eher perfekt in deinem Handwerk. Perfektes Design, etc. Will der Kunde sein Problem perfekt und sicher gelöst haben oder ist die perfekte Ausführung des Handwerks für ihn als solches wertvoll?

Eine klare Vision

Wir sind hier, um eine Kerbe im Universum zu hinterlassen. Warum sonst sind wir hier?

Steve Jobs

Apple hinterlässt einen Fußabdruck. Eine Kerbe in der Geschichte.

Du musst ja nicht gleich fremde Planeten besiedeln wollen, aber es muss einen Unterschied machen, ob dein Unternehmen existiert hat oder nicht.

Du musst etwas Größeres erschaffen. Du musst das Leben der Menschen verändern. Du musst nicht, aber du solltest, wenn du wirklich Erfolg als Dienstleister haben möchtest.

Steve Jobs Mission war es, Werkzeuge für die Menschheit zu erschaffen, damit sie ihre Kreativität leben können. Und das lebte er auch. Deshalb eroberte er die Agenturwelt so schnell.

Wie werden deine Traumkunden von deinem für Sie bedeutungsvollen Betrag zu ihrem Leben in 5, vielleicht 10 Jahren sprechen?


Was haben Steve Jobs und Agenturen also gemeinsam?

Viele gemeinsame Jahre und trotzdem nichts Wesentliches.

Ihm, bzw. Apple »gehörte« jahrelang die Kreativwelt, die Agenturwelt. Es gab so ziemlich keine Kreativagentur, in der kein Apple-Gerät eingesetzt wurde. Später, als die Technologie immer weiter voranschritt und immer mehr Agenturen als Dienstleister Software produzierten, benutzten auch viel Entwickler MacBooks. Klar, augenscheinlich aus logischen Gründen – immerhin war ein OS X das einzige Betriebssystem mit dem man Software in einer technischen Umgebung ähnlich wie auf Servern entwickeln konnte und das gleichzeitig komfortabel zu bedienen und wartungsarm war.

Genau genommen wird es deshalb noch härter:
Die Agenturen hätten als eine der ersten Branchen erkennen können, worauf es ankommt. Er machte es ständig vor. Nahezu jeder in der Kreativwelt klebte regelrecht vor dem Monitor, wenn eine Keynote angekündigt wurde. Genau genommen: Eine Werbeveranstaltung.

Nur um das klarzustellen: Ich habe ganz sicher nichts gegen Agenturen. Ich war selbst Agenturinhaber und habe selbst das naheliegende nicht erkennen können. Und auf den ersten Blick hat ein Hardware-Gerät eines bestimmten Herstellers so gar nichts mit kreativen Dienstleistungen oder Software-Entwicklung zu tun. Comedians, die das Klischee mit dem MacBook und einem Caffè Latte in einem Café zu sitzen benutzen, haben es nicht erfunden, sondern nur aufgegriffen.

Das entscheidende ist: Steve Jobs ist einer der Unternehmer unserer Zeit, der die wirklich wichtigen Prinzipien guter Unternehmensführung verstanden und exzellent ausgeführt hat. Nicht ohne Grund hatte Apple zuletzt einen Quartalsumsatz von 62,9 Milliarden verzeichnen können.

Übrigens, wäre Apple eine Agentur, läge der Stundensatz bei rund 426$. Allerdings bezieht das ein, dass ALLE der rund 123.000 Mitarbeiter produktiv abrechenbar in Kundenaufträgen arbeiten würden.

Wo liegt DEIN effektiver Stundensatz, wenn du ihn über das gesamte Quartal rechnest?

Ich weiß, gemeine Frage.
Dennoch können wir etwas Wertvolles daraus lernen, was zeigt uns das also?

Die simple, jedoch harte Wahrheit ist: Agenturen verdienen VIEL zu wenig und stehen deshalb auf der Bremse. Dauerhaft. Nicht nur kurz, nein, sie rennen dauerhaft in einer Abwärtsspirale. Und wenn es nicht abwärts geht, dann doch zumindest dauerhaft in einem Projekthamsterrad.

Oder ist Apple nur ein Einzelfall und Steve Jobs hatte einfach nur sehr viel Glück?

Nein. Sicherlich nicht.

Wäre Facebook eine Agentur, läge der Stundensatz bei rund 395€.

Betrachten wir die Umsatzrendite sieht es noch fataler aus. WENN Agenturen auf Jahressicht überhaupt positive Gewinne verzeichnen, kommen sie nur sehr selten über 10% hinaus.

Bei Facebook liegen wir bei ca. 40%! Das ist auch hier nochmal Faktor vier. Harter Tobak. Trotzdem wahr. Und das auf sehr, sehr hohen Level. D.h. unter Einbezug ALLER Management-Ebenen, Reibungsverluste in Konzernen usw.

Wo läge wohl der Stundensatz, wenn Facebook das gleiche liefern würde, nur auf kleinerem Umsatzlevel und so schlank wie wir Agenturen arbeiten würde? Utopisch hoch? Nein, genau das Gegenteil würde passieren.

Hier liegt bereits eines der Kernprobleme begraben:
Viele Agenturen denken und handeln selbst auf großem Level nicht wie Unternehmen. Die Agenturinhaber arbeiten mehr IM Unternehmen statt AM Unternehmen.

Okay, in ganz kleinen Unternehmen ist das noch in gewissem Umfang nicht zu 100% möglich. Aber auch da darf es nicht so sein, dass wir ständig intern die Steuerung für die Projekte übernehmen und selbst darin um jeden perfekten Pixel oder jede saubere Codezeile kämpfen.

Kämpfen, das ist der Alltag in vielen Agenturen. Wir kämpfen um vieles – mehr gute Kunden, mehr gute Mitarbeiter und auch um die Wertschätzung der Kunden und bessere Preise.

An dieser Stelle darf ich Markus Hartmann danken, denn er hat die Branche für die erste Stufe bereits etwas vorbereitet. Ich kenne Markus bereits seit vielen Jahren, noch aus der Zeit als er selbst als SEO-Einzelkämpfer unterwegs war und schätze ihn. Denn er hatte den Mut das Verkaufen von Stundensätzen und die Zeiterfassung an den Pranger zu stellen. Ich persönlich verurteile Stundensätze zwar nicht pauschal, dennoch ist der Gedanke dahinter entscheidend und ein sehr wichtiger Schritt:

Die Entkoppelung von Zeit und Geld.

Deine Arbeit ist nicht wertvoll, weil du besonders viel Zeit hinein steckst, sondern, sie ist wertvoll, weil du jahrelange Expertise entwickelt hast und deshalb für deine Kunden schnelle und immer schnellere Ergebnisse liefern kannst.

Bessere Preise und Angebote sind eine wichtige Grundlage. Das zu verstehen gibt wichtigen Freiraum. Deshalb ist dies auch Bestandteil meines Coaching-Programms. Dennoch reichen sie nicht aus, um die Agenturwelt aus ihrem Joch zu befreien.

Es reicht nicht einfach nur etwas mehr zu verlangen und wirkungsvollere Angebote zu schreiben. Die Möglichkeiten bleiben begrenzt. Wir sind am Ende nicht mehr wettbewerbsfähig, wenn wir die Preise verdoppeln oder um in Richtung Apple und Facebook zu kommen – sogar verfünffachen. Wir können es auf diese Weise versuchen, werden jedoch trotzdem bald wieder auf einem Plateau ankommen oder noch schlimmer – tief fallen.

Was haben Apple, Tesla oder Facebook und wir als Agentur gemeinsam?

Alle lösen auf Ihre Art irgendwelche Probleme.

Wo liegt der große entscheidende Unterschied?

Alle drei lösen ein einziges Problem, Apple durch seine Produktpalette vielleicht zwei Hände voll, jedoch ist sie weiterhin sehr, sehr begrenzt und fokussiert. Mit jeder investieren Stunde, wird das Unternehmen besser. Besser darin ihr individuelles Problem zu lösen. Selbst wenn es so ein gigantisches Problem ist, andere Planeten besiedeln zu können. Elon Musk fokussiert sich mit Space X auf dem Weg dahin nur darauf. Und alle arbeiten hochmotiviert und engagiert in seinen Teams.

Agenturen werden auch mit jedem Auftrag besser. Besser darin, wie man Expertise zerstreut, wie man von einem Problem zum nächsten springt und beim Jonglieren vom Markenartikler zum Zahnarzt wie man gerade genug Expertise aufbaut, damit der Kunde noch glücklich ist. Das ist keine Unterstellung auf Vorsatz. Es geht auch gar nicht anders in so einer Situation.

Wäre die aufgebaute Expertise für ein gelöstes Problem jedes Mal ein kleiner Tropfen, hätten die Agenturen viele, viele kleine Becher mit unterschiedlichen Problemstellungen. Wohingegen Apple, Facebook und die meisten anderen Unternehmen da draußen EINEN riesigen Bottich hätten und nicht viele kleine.

Würde man Steve Jobs zitieren und sich darauf beziehen, dass Strategie im Wesentlichen Fokus bedeutet, dann würde er vermutlich sagen, dass Agenturen keinen Fokus und keine (gute) Strategie hätten. Er war schon immer knallhart und schonungslos. Manchmal cholerisch.

Liest man das alles könnte man meinen, die Lösung sei Spezialisierung. Aber neben Spezialisierungsrisiken fürchten sich gerade kreativen Agentur vor Langeweile. Die Vielseitigkeit könnte verloren gehen.

Es ist ja nicht so, dass sich Agenturen sich nicht spezialisieren würden. Das sieht dann in der Praxis so aus: Facebook-Agentur, Marken-Agentur, Tourismus-Agentur, Typo3-Agentur, E-Commerce Spezialist, Softwarehaus für Individualentwicklungen, App-Agentur, …

Nur lindern diese Spezialisierungen den Schmerz nur bedingt. Sicherlich, ist man in einem noch boomenden Markt wie der App-Entwicklung unterwegs, laufen einem die Kunden „nur so zu“. Doch gerade im Technologiebereich kann man nicht von Nachhaltigkeit reden. Vergehen 2-3 Jahre kann man sich die aufgebauten Technologiebausteine, vorbereitete Schnittstellen oder worin auch immer man investiert habe regelrecht wieder neu bauen. Falls nicht, müssen mindestens ständig neue Features dazu gebaut werden. Gerade hier ändert sich alles rasend schnell.

Und als Design oder Marken-Agentur? Hier sieht es schon lange nicht mehr so rosig aus. Agenturen kämpfen teilweise mit harten Bandagen untereinander um die Kunden. Dabei könnte es für jede Agentur die passenden Kunden geben.

Für Agenturen gibt es nur eine einzige, nachhaltige Form – weniger der Spezialisierung – mehr der Fokussierung: Für seine Traumkunden ein einziges, großes Problem zu lösen.

Wer sich sozusagen auf eine Kundengruppe, seine Traumkundengruppe spezialisiert, dem wird nie langweilig. Es gibt dabei nicht einmal zwingend eine Branchenfokussierung. Vielleicht macht sie am Anfang Sinn. Marc Zuckerberg fing auch nur mit einem lokalen Campus an. Doch heute? Heute ist fast jeder auf Facebook zu finden. Und trotzdem ist Facebook kein Autohersteller. Bei Starbucks ist es nicht anders. Und Apple? Apple war jahrelang besonders in der Agenturwelt vertreten. Bei Kreativen.

Und wer nun sagt, dass es nicht möglich sei dies auf großem Level zu tun, der möge bitte einmal seinen eigenen Umsatz und den beispielsweise von Facebook oder Tesla oder Apple vergleichen. Sogar in einem seit Jahrzehnten hart umkämpften Markt wie Kaffee ist es Unternehmern, die diese Grundlagen beachten gelungen, riesig zu werden. Oder wie schafft es Starbucks sonst 291.000 Mitarbeiter zu füttern?

Was hat Apple, Tesla und Facebook im Gegensatz zu den Agenturen?

Ein Produkt.Ein Produkt stünde der Individualität des Kunden entgegen. Ist das immer so? Könnte ein Produkt bei einer komplexen Dienstleistung wie einer Agenturbeauftragung trotzdem die Eigenschaften eines Produkts haben und gleichzeitig individuell auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen? Ja. Natürlich. Nur traut es kaum jemand dem Agenturmodell zu. Stattdessen experimentieren wir mit anderen Projektabläufen und verzetteln uns damit in der Zeitplanung. Man kann als Agenturinhaber sich noch weiter verzetteln, in dem man nebenbei an eigenen Projekten (mit anderen Geschäftsmodellen) arbeitet. Nichts gegen eigene Projekte. Dennoch verliert man den Fokus. Und das rächt sich zwangsläufig.

Wir brauchen auch als Agentur eine Art »Produkt«. Eine Art Produkt, das uns erlaubt unsere Expertise zu bündeln und zu skalieren, ohne dass uns dabei langweilig wird.

Oder geht das nicht? Weil es ja eine Dienstleistung ist?

Starbucks hat zwar Kaffee als Produkt, aber es ist im Wesentlichen eine Dienstleistung.

Auch als Agentur können wir unsere Expertise bündeln. Nur eben nicht auf die gleiche Weise wie herkömmliche Produkte.

Es kann nicht funktionieren, dass wir als Agentur schneller und wirkungsvoller arbeiten, wenn wir jedes Mal den neu erworbenen Tropfen Expertise in einen anderen Becher schütten. Wir können einen Samen in diesen Becher pflanzen und irgendwann kann daraus etwas wachsen. Falls die Tropfen nicht verdunsten, der Becher austrocknet und wir nur noch vor einer Reihe vertrockneter Pflänzlein stehen, weil wir immer wieder einen neuen Becher holen, anstatt die erworbene Expertise zu bündeln und die Pflanze auf diese Weise regelmäßig zu gießen.

Es passiert noch mehr:
Wenn das Team auf einmal weiß, welchen Becher es gießen soll, und welche Nährstoffe diese eine Bohnenranke braucht, um bis in den Himmel zu wachsen, dann wird auch jeder im Team plötzlich viel stärker am Unternehmen arbeiten und es voranbringen. Dann kann schnell aus einem Becher ein Bottich und vielleicht wie im Falle von Facebook ein riesiger Ozean werden. Oder aus einem Gedanken, ein Moonshot.

Was sind also die genauen Schritte, damit du als Agentur zum Ziel kommst?

Zunächst einmal solltest du damit aufhören effizienter werden zu wollen. Vorerst zumindest.
Die Effizienz zu verbessern würde in etwa bedeuten, zu optimieren, wie du schneller im Projekthamsterrad laufen kannst oder weniger Schritte dabei machen musst. Raus kommst du deshalb trotzdem nicht.

Die Effizienz wie wir in den Projekten arbeiten ist nicht vollkommen unwichtig. Keine Frage. Nur steht das so ziemlich am Ende der Pyramide.

Die Stufen, mit dem größten Einfluss auf die nachhaltige Stabilität einer Agentur:

  1. Bewusstsein über die Ziele als Unternehmer schaffen
  2. Klarheit über Fokussierung und Traumkunden
  3. Vision und Sinn des Unternehmens
  4. Bessere Preise & Angebote
  5. Expertise (besser) bündeln
  6. Marketing & Vertrieb verbessern
  7. Präsentation nach Außen
  8. Team-Spirit & Effektivität verbessern
  9. Effizientere Auftragsabwicklung & Prozesse
Einflussfaktoren auf die nachhaltige Stabilität und Bedeutsamkeit von Agenturen

Wie man unschwer erkennen kann, hat in der Agenturwelt das Steigern der Effizienz den geringsten Einfluss auf die nachhaltige Stabilität und Bedeutsamkeit der Agentur.

In der Praxis sollte die Vorgehensweise etwas abweichend aussehen.

Denn schließlich gibt es ja bereits ein Unternehmen und man sollte nicht von heute auf morgen alles über den Haufen werfen. Und oftmals ist man so sehr im Projekthamsterrad gefangen, dass man kaum Zeit hat für strategische Maßnahmen. Deshalb sollte hier an oberster Stelle stehen

Die Schritte zum Ziel sind also zusammengefasst folgende:

  1. Ent-Lähmen
  2. Gewinnen
  3. Skalieren

Schritt 1: Ent-Lähmen und wieder handlungsfähig als Unternehmer werden

Häufig sehe ich, dass Agenturinhaber so stark in den Projekten drinstecken, dass wenig Zeit für echtes, unternehmerisches Handeln bleibt. Bevor irgendwelche Strategischen Maßnahmen angegangen und endlich auch mal zu Ende geführt werden, müssen wir uns Ent-lähmen. Wir müssen etwas mehr Freiraum in Zeit & Geld schaffen.

Möglich wird das, in dem wir bessere Preise, wirksamere Angebote als auch in laufenden Kundenprojekten Upselling Pakete hochpreisig verkaufen und Zeitfresser aus- und aufräumen.

Nicht minder lähmend ist Unklarheit. Wir brauchen Klarheit, über die Ziele als Unternehmer, worauf genau wir uns mit unserer Agentur fokussieren sollten und was eine nachhaltige Vision im Einklang mit unseren Zielen als Unternehmer ist.

Schritt 2: Gewinnen unserer Traumkunden-Aufträge

Bessere Preise oder mehr zeitlicher Freiraum nutzt nichts, wenn wir keine Kunden gewinnen. Sicherlich könnten wir irgendwelche Kunden gewinnen. Aber genau da wollen wir ja weg. Deshalb gehört hierzu auch den Vertrieb zu verbessern, die Expertise gewinnbringend für beide Seiten zu bündeln und die Präsentation nach außen zu verbessern.

Jetzt können wir unsere Traumkunden für uns gewinnen und schnell zu einer Beauftragung kommen.

Schritt 3: Skalieren

Sind wir hier angekommen, haben wir bereits eine gesunde Basis geschaffen. Wir sind in der Lage die richtigen Kunden anzuziehen, dafür zu sorgen, dass sie uns gewinnbringend beauftragen und werden nun auf eine dienlichere Weise von außen Wahrgenommen.

Jetzt erst macht es Sinn das Marketing und den Vertrieb zu skalieren, Team-Spirit und -Effektivität zu verbessern und die Prozesseffizienz zu steigern.

Die Agentur ist zu einem »richtigen« Unternehmen geworden, das nachhaltig stabil wachsen kann, bei dem mit jedem Auftrag mehr Unternehmenswert entsteht, das theoretisch nach einiger Zeit verkaufbar wäre und dass dir als Inhaber erlaubt, dass sich die Mühen der letzten Jahre endlich voll auszahlen. Sei es irgendwann durch einen Verkauf oder einfach nur, weil es ein stabil wachsendes, gewinnbringendes Unternehmen ist, das sich nicht mehr im Projekthamsterrad befindet.

Wie kommst nun du zum Ziel?

Möchtest du, dass ich dir dabei helfe, in 8 Wochen deinen Wunschkunden zu bekommen und dich ohne Frust im Alltag zu einer stabilen Agentur mit strategisch bedeutungsvollen Aufträgen von Traumkunden zu verwandeln?

Damit du dich bald nicht mehr frustriert fühlst und dauerhaft aus der Achterbahn des Projekthamsterrads raus kommst.


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